06.07.2015
 
Die Homöopathie kann jeden Nachdenkenden
leicht überzeugen, daß die Krankheiten der Menschen
auf keinem Stoffe... keiner Krankheits-Materie beruhen,
sondern daß sie einzig geistige (dynamische) Verstimmungen
der geistartigen, den Körper des Menschen
belebenden Kraft (des Lebensprinzips, der Lebenskraft) sind.
 
(Samuel Hahnemann)
15.06.2015
 
Wissenschaft und Glaube sind "orthogonal", wie wir sagen.
Das bedeutet, dass Glaubensinhalte mit wissenschaftlichen Verfahren
weder bewiesen noch widerlegt werden können.
Umgekehrt kann Offenbarungswissen nicht zur Widerlegung oder
Bestätigung wissenschaftlicher Hypothesen herangezogen werden.
Glaube setzt dort an, wo wissenschaftliche Evidenz endet.
Wissenschaftlicher Fortschritt verschiebt die Grenzen
zwischen Erklärtem und Unerklärtem.
Es ist, als bliese man in einen Ballon.
Das Volumen des Gewussten nimmt zu, aber die Oberfläche,
die Grenzfläche zum Nichtgewussten, dehnt sich ebenfalls aus.
 
(Wolf Singer)
02.06.2015
 
Der Zustand unserer gegenwärtigen Lebenssituation
ist die unmittelbare Folge früherer
getroffener richtiger oder falscher Entscheidungen.
Anhaften an Erfolg, Ehre oder Besitz macht niemanden glücklicher.
Erfüllte Wünsche lasssen einen im Stich,
sobald man das Begehrte erreicht hat.
Sobald ein Traum zur Realität wird, passt er
nicht mehr in das ideelle Muster vom Ich und seiner Vision.
Ein endlich erreichtes Ziel, ein erfüllter wichtiger Wunsch erzeugen,
wenn sie orthodox, also nach der gewohnten Methode des Wollens und Kämpfens
gewonnen werden, eine andere unangenehmee Nebenwirkung:
Die Sorge, das Erlangte wieder zu verlieren.
 
(Theo Fischer)

17.05.2015

Wenn eine Illusion zerplatzt, eine Lebenslüge enttarnt wird,

stehen wir vor der Realitätskluft. Eine Kränkung, eine Zurückweisung,

eine Kritik macht uns schlagartig bewußt, dass wir nicht so intelligent,

begabt oder gutaussehend sind, wie wir es gerne wären.

Das lang gehegte Selbstbild: eine Täuschung.

Vollständig werden sich die Klüfte zwischen Wunsch und Wirklichkeit

im Leben nie schließen lassen.

Wünsche bleiben unerfüllt, Erwartungen werden frustriert.

(Russ Harris)

05.05.2015
 
Hielten wir etwa ethische Vorstellungen für beliebig,
würde jedes Nachdenken über unser Leben,
jedes Interesse daran sinnlos,wir versänken
in einem Chaos aus Unsicherheit und Gleichgültigkeit.
Der Mensch steht also vor dem Dilemma,
dass er ohne Nachdenken nicht verantwortungsvoll leben kann
und dass leider das Nachdenken wiederum höchst
irrtumsanfällig ist.
 
(Franz Mechsner)