01.07.2014

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man Vertrauen.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man Authentisch Sein.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man Reife.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man Ehrlichkeit.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das Gesunden Egoismus,
aber heute weiß ich, das ist Selbstliebe.
Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man Demut.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo Alles stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es Bewusstheit.
Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.

Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute Herzensweisheit.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: Das ist das Leben.

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

24.06.2014
 
Die erlebte Welt wird von jedem einzelnen Menschen
aus elektrischen und chemischen Signalen des Körpers
immer wieder neu konstruiert.
Die äußere Realität und die innere Wirklichkeit sind zwei
in Wesen und in der Qualität sehr unterschiedliche Systeme.
Selbst Wahrnehmungen entsprechen - wie auch die
Erinnerungen - keineswegs einer objektiven Wahrheit.
Unsere Gedanken, Vorstellungen, inneren Bilder, unsere
Stimmungen und Gefühle sind in unserem Leib geerdet.
Der Leib kann als eingefrorene Geschichte angesehen werden.
Über unsere Körperhaltung, unsere Mimik und Gestik und
unsere Weise zu atmen und uns zu bewegen,
erfahren und zeigen wir unser durch die persönliche Geschichte
geprägtes Wesen.
 
(Dr. Christian Gottwald)
02.06.2014
 
Stülpe ich einem Menschen meine Vorstellung,
wie er ist, über, enge ich ihn ein und er kann
gar nicht anders, als entsprechend
dieser Vorstellung zu leben.
Ich sehe nichts anderes in ihm,
als das, was ich denke.
Meinem Geist wird die Fähigkeit genommen,
den anderen zu spiegeln, wie er wirklich ist,
denn meine Bewertung hängt davor, wie ein starres Bild
und nur dieses kann den anderen erkennen.
Achten sie einmal beim Hören einer Symphonie darauf,
wie häufig zum Beispiel der Ton "e" vorkommt.
Und doch klingt dieses "e" an jeder Stelle anders.
Der Ort, die Zeit, das Vorher und das Nachher
sind völlig verschieden.
Übertragen wir dies auf die Beziehung von Menschen,
heißt das, dass mein Partner oder meine Partnerin,
meine Mitmenschen, in jedem Moment anders sind.
Sie können gar nicht langweilig sein, lediglich mein Blick
sieht immer nur das Gleiche und hört immer nur einen Klang.
Unser Denken verhindert, dass wir den anderen nicht in
jedem Augenblick neu erfahren, sondern nur in
schon von mir festgeschriebenen Mustern.
Sind wir uns dessen bewußt, können wir unseren
abwertenden Geist vorüberziehen lassen und
kommen dadurch wieder ins Staunen, was der
Augenblick mir in diesem Hier und Jetzt zeigt.
Jede Begegnung kann für uns wieder neu werden.
(Doris Zölls)

24.05.2014

Der Weg der Vollkommenheit ist nicht schwierig

für den, der keine Vorlieben kennt.

Alles wird vollständig und unvermittelt offenbart

an den, der frei ist von Vorzug und Abneigung.

 

Verstricke dich nicht in die Vielzahl der Dinge,

doch mache ebenso wenig aus der Leere einen Rückzugsort.

Finde Ruhe in der Einheit des Seins

und jeder Unterschied schwindet von selbst.

 

Wer versucht, zur Ruhe zu kommen,

durch Bewegung anzuhalten,

wird unvermindert eine Quelle der Ruhelosigkeit bleiben.

Solange du einen Teil der Gegensätze wählst,

wird dir die Erfahrung des großen Ganzen nie zuteilwerden.

 

Wer wach ist,

fällt nicht dem Träumen zum Opfer.

Wenn das Bewusstsein keinen Unterschied erzeugt,

erscheinen die Tausend-und-ein Dinge so wie sie sind:

Eins und nur Wesentlich.

 

Wer das Geheimnis dieser einzigartigen Identität kennt,

ist befreit von aller Verwirrung.

Wer gleichmütig die Einheit in all ihrer Vielfalt erschaut

und die Vielfalt in ihrer Einheit,

kehrt zurück zu dem ursprünglichen Ort,

wo er oder sie seit Anbeginn wohnt.

 

In diesem “Nicht Zwei” kommt alles zusammen.

Alles was ist, ist willkommen und wird umarmt.

So sehen die Weisen die Welt,

wo sie auch wohnen.

Sengtsan, im Jahr 606,

14.5.2014
Auch die Lotusblume braucht Schlamm,
um zu gedeihen.
Die Lotusblume wächst nicht auf Marmor.
Sie müssen erkennen,
dass es eine sehr enge Verbindung
zwischen Leid und Glück gibt.
Wer vor dem Leid wegläuft, kann kein Glück finden.
Im Gegenteil: Suchen sie nach den Wurzeln ihres Leids.
Erst dann kann Verständnis und Mitgefühl erwachsen.
Diese beiden sind der Schlüssel zum Glück.
 
(Thich Nhat Hanh)