24.07.2014

Wenn Du am Morgen aufstehst,
dann sage Dank für das Morgenlicht,
für dein Leben und
die Kraft, die du besitzt.
Sage Dank für deine Nahrung
und die Freude, am
Leben zu sein.
Wenn du keinen Grund siehst, 
Dank zu sagen,
liegt der Fehler bei dir.

Tecumseh, Häuptling der Shawnee Indianer

12.07.2014

Es ist für mich nicht wichtig, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist und ob du zu träumen wagst,
der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.
Es ist für mich nicht wichtig, wie alt du bist.
Ich möchte wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,
um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.
Es ist für mich nicht wichtig, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich möchte wissen, ob du den tiefsten Punkt deines Lebens berührt hast,
ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob du zusammengezogen
und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.
Ich möchte wissen, ob du mit dem Schmerz - meinem oder deinem - da sitzen kannst,
ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.
Ich möchte wissen, ob du mit der Freude - meiner oder deiner - da sein kannst,
ob du mit Wildheit tanzen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen
erfüllt mit Begeisterung, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft,
oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.
Es ist für mich nicht wichtig, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist.
Ich möchte wissen, ob du jemanden enttäuschen kannst, um dir selber treu zu sein.
Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.
Ich möchte wissen, ob du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig.
Ich möchte wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist,
und ob du Dein Leben aus der Kraft des Universums speisen kannst.
Ich möchte wissen, ob du mit dem Scheitern - meinem und deinem - leben kannst
und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmonds rufst: Ja! 
Es ist für mich nicht wichtig, zu erfahren, wo du lebst und wie viel Geld du hast.
Ich möchte wissen, ob du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und der Verzweiflung,
erschöpft, und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für die Kinder getan werden muss.

Es ist für mich nicht wichtig, wer du bist und wie du hergekommen bist.
Ich möchte wissen, ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst
und nicht zurückschreckst.

Es ist für mich nicht wichtig, wo oder was oder mit wem du gelernt hast.
Ich möchte wissen, ob du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern
mit dir zusammen bist.

Ich möchte wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.


Oriah Mountain Dreamer, indianische Heilerin aus Kanada

01.07.2014

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man Vertrauen.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man Authentisch Sein.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man Reife.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man Ehrlichkeit.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das Gesunden Egoismus,
aber heute weiß ich, das ist Selbstliebe.
Als ich mich selbst zu lieben begann, habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man Demut.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo Alles stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es Bewusstheit.
Als ich mich zu lieben begann, da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.

Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute Herzensweisheit.
Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: Das ist das Leben.

Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

24.06.2014
 
Die erlebte Welt wird von jedem einzelnen Menschen
aus elektrischen und chemischen Signalen des Körpers
immer wieder neu konstruiert.
Die äußere Realität und die innere Wirklichkeit sind zwei
in Wesen und in der Qualität sehr unterschiedliche Systeme.
Selbst Wahrnehmungen entsprechen - wie auch die
Erinnerungen - keineswegs einer objektiven Wahrheit.
Unsere Gedanken, Vorstellungen, inneren Bilder, unsere
Stimmungen und Gefühle sind in unserem Leib geerdet.
Der Leib kann als eingefrorene Geschichte angesehen werden.
Über unsere Körperhaltung, unsere Mimik und Gestik und
unsere Weise zu atmen und uns zu bewegen,
erfahren und zeigen wir unser durch die persönliche Geschichte
geprägtes Wesen.
 
(Dr. Christian Gottwald)
02.06.2014
 
Stülpe ich einem Menschen meine Vorstellung,
wie er ist, über, enge ich ihn ein und er kann
gar nicht anders, als entsprechend
dieser Vorstellung zu leben.
Ich sehe nichts anderes in ihm,
als das, was ich denke.
Meinem Geist wird die Fähigkeit genommen,
den anderen zu spiegeln, wie er wirklich ist,
denn meine Bewertung hängt davor, wie ein starres Bild
und nur dieses kann den anderen erkennen.
Achten sie einmal beim Hören einer Symphonie darauf,
wie häufig zum Beispiel der Ton "e" vorkommt.
Und doch klingt dieses "e" an jeder Stelle anders.
Der Ort, die Zeit, das Vorher und das Nachher
sind völlig verschieden.
Übertragen wir dies auf die Beziehung von Menschen,
heißt das, dass mein Partner oder meine Partnerin,
meine Mitmenschen, in jedem Moment anders sind.
Sie können gar nicht langweilig sein, lediglich mein Blick
sieht immer nur das Gleiche und hört immer nur einen Klang.
Unser Denken verhindert, dass wir den anderen nicht in
jedem Augenblick neu erfahren, sondern nur in
schon von mir festgeschriebenen Mustern.
Sind wir uns dessen bewußt, können wir unseren
abwertenden Geist vorüberziehen lassen und
kommen dadurch wieder ins Staunen, was der
Augenblick mir in diesem Hier und Jetzt zeigt.
Jede Begegnung kann für uns wieder neu werden.
(Doris Zölls)