27.10.2013
 
Der Unterschied des Mitgefühls zum Mitleid
liegt darin, dass ich beim Mitleid den Schmerz
des anderen zwar wie meinen eigenen spüre,
doch ich versinke auch, wie der andere, in diesem Schmerz,
weil ich ihn im Grunde genommen nicht annehmen kann und will.
Die Kraft des Zulassens fehlt und sie kann somit den anderen
nicht aus dem Schmerz herausführen.
Daher reagieren viele Menschen
auf Mitleid eher aggressiv als dankbar.
 
(Doris Zölls)
20.10.2013
Jeder Mensch wird in seinem Leben Enttäuschungen
erleben und dadurch verletzt werden.
Er hat die Möglichkeit, sich einen Panzer zuzulegen,
der ihn schützt, aber auch in der freien Weiterentwicklung
behindert. Zum inneren und äußeren Wachstum muss
ein Mensch frei handeln und offen reagieren können,
ohne auf die Angst vor Verletzung zu starren.
Es braucht Mut, Enttäuschungen ins Gesicht zu sehen,
aber sich und anderen die Chance zu geben,
beim Weiterentwickeln an das Neue zu glauben.
Dadurch wächst man innerlich und lernt dazu.
(N.N.)
12.10.2013
 
Jeder bewußte, achtsame Atemzug, den wir machen,
und jeder wirklich achtsame Schritt wird im
gegenwärtigen Moment Frieden herstellen
und Krieg in der Zukunft verhindern.
Wenn wir unser individuelles Bewußtsein
transformieren, umformen, beginnen wir
den Prozeß der Veränderung
des kollektiven Bewusstseins.
Wie kann man jemals Frieden in diese Welt bringen,
wenn man nicht bei sich selbst anfängt?
 
(Thich Nhat Hanh)
02.10.2013
Jeder von uns hat Fehler und Schwächen.
Jeder von uns kennt Augenblicke schlechter Laune,
der Schwäche und der Versuchung.
Jeder von uns hat schon einmal etwas getan,
von dem er später meinte,
es wäre besser gewesen, es nicht getan zu haben.
Wären Akzeptanz und Wertschätzung tatsächlich
eine Vorbedingung der Liebe,
dann gäbe es wohl nur wenig Liebe auf der Welt.
In ihrer höchsten Form ist die Liebe bedingungslos.
Wir lieben und werden geliebt -
trotz unserer Fehler und Schwächen.
Natürlich sollten wir danach streben,
innerlich zu wachsen und uns zu verbessern.
Das Verlangen und die Stärke zu wachsen und sich zu verbessern
können aus dem Lieben und dem Geliebtwerden hervorgehen.
(K.M.Keith)

26.09.13

Zarte Knospen
Duftende Blätter
Gefährte der Poeten
Heißgeliebter der Einsiedler.
Geschirr aus milchweißer Jade
Serviette aus rotem Sarsenett.
Tief bernsteinfarbenes Gebräu
Befreiung von pedantischem Formalismus
Vertreibt den berauschenden Dunst des Weines.
Des Abends passt er gut zu schimmerndem Mondschein,
in der Morgendämmerung zum karmesinroten Wolkenhimmel.

Überbrückt die Kluft zwischen uns und den Generationen von einst.

 

Yuan Zhen (779 – 831)