02.10.2013
Jeder von uns hat Fehler und Schwächen.
Jeder von uns kennt Augenblicke schlechter Laune,
der Schwäche und der Versuchung.
Jeder von uns hat schon einmal etwas getan,
von dem er später meinte,
es wäre besser gewesen, es nicht getan zu haben.
Wären Akzeptanz und Wertschätzung tatsächlich
eine Vorbedingung der Liebe,
dann gäbe es wohl nur wenig Liebe auf der Welt.
In ihrer höchsten Form ist die Liebe bedingungslos.
Wir lieben und werden geliebt -
trotz unserer Fehler und Schwächen.
Natürlich sollten wir danach streben,
innerlich zu wachsen und uns zu verbessern.
Das Verlangen und die Stärke zu wachsen und sich zu verbessern
können aus dem Lieben und dem Geliebtwerden hervorgehen.
(K.M.Keith)

26.09.13

Zarte Knospen
Duftende Blätter
Gefährte der Poeten
Heißgeliebter der Einsiedler.
Geschirr aus milchweißer Jade
Serviette aus rotem Sarsenett.
Tief bernsteinfarbenes Gebräu
Befreiung von pedantischem Formalismus
Vertreibt den berauschenden Dunst des Weines.
Des Abends passt er gut zu schimmerndem Mondschein,
in der Morgendämmerung zum karmesinroten Wolkenhimmel.

Überbrückt die Kluft zwischen uns und den Generationen von einst.

 

Yuan Zhen (779 – 831)

10.09.13
Wir mögen die Welt durchreisen,
um das Schöne zu finden,
aber wir müssen es in uns tragen,
sonst finden wir es nicht.
R. W. Emerson

02.09.13

Stille ist ein viel komplexeres, weiter entwickeltes Hören, als Klang.

Je tiefer die Stille, desto mehr lässt du los.

Wir können in die Stille eintreten, wie in eine Kirche,

wie in den Innenraum einer Kathedrale.

Wir brauchen die Kathedrale nicht, die Stille ist sie. Sie ist ein Raum.

Wenn wir ihn betreten, aus der Außenwelt kommend,

meinen wir, der Raum sei klein.

Aber wenn wir in ihm sind - tief in ihm - erfahren wir:

Er ist das Universum - und größer als dies.

J.E.Berendt

25.08.13
Wir erwarten, dass das ständig in Veränderung
Befindliche greifbar und vorhersehbar sein sollte.
Wir sind mit einem Verlangen nach Lösungen und Sicherheit geboren,
das unser Denken, unsere Rede und unser Handeln beherrscht.
Das dynamische, energische und natürliche Fließen des Universums
ist für den konventionellen Geist nicht akzeptabel.
Unsere Vorurteile und unser Anhaften sind Muster,
die aus der Furcht vor einer fließenden Welt entstehen.
Weil wir das für dauerhaft halten,
was sich ständig wandelt, leiden wir.
(Pema Chödrön)